Die Wysburg

Die Wysburg

Wysburg - Sagenhafte Burg am Thüringer Meer

Über Die Wysburg:

Die Wysburg

... im Volksmund auch Altes Schloß, Hohe Waldsburg oder Hunnenburg genannt, befindet sich im nördlichen Frankenwaldausläufer bzw. dem Thüringer Schiefergebirge, ca. 1,5 km nördlich des kleinen Dorfes Weisbach im Saale-Orla-Kreis.

Sie erweckte schon immer das Interesse der Heimatforscher, zumal eine Sage die Zerstörung der Raubritterburg erwähnt. So ist es nicht verwunderlich, dass im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts verschiedene Vermessungsarbeiten, aber auch kleinflächige Nachgrabungen erfolgten. Außerdem diente das Burgareal den ortsansässigen Bewohnern als Steinbruch und verlor somit einen Großteil seiner Substanz. So war im Jahre 1985, als vom damaligen Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens erste, wissenschaftlich fundierte Grabungen erfolgten, oberirdisch kaum noch Mauerwerk sichtbar.

Die Gemarkung Weisbach befindet sich laut Grenzbeschreibungen von 1071-1074 im Gebiet Orlagau, wobei es sich um eine von Sprachwissenschaftlern benutzte slawische Landschaftsbezeichnung im Ostthüringischen handelt, die von 1002-1179 erwähnt wird.

Von Heinrich II. bekam der Pfalzgraf Ehrenfried (Ezzo) von Lothringen den Orlagau vor 1014 als freien Besitz, der ihn wiederum an seine Tochter Richeza, die ehemalige Königin von Polen, vererbte. Im Jahre 1056 kam das Gebiet von ihr an das Erzstift Köln, das als Initiator der deutschen Kolonisation des Orlagaues gilt. 1071 wurde durch Erzbischof Anno II. von Köln das Saalfelder Benediktinerkloster gegründet. Diesem wird ein großer Teil der Rodungen des nördlichen Frankenwaldes zugeschrieben, wobei aber nicht klar ist, ob auch das Gebiet um Weisbach dazu gehörte.

Um diese Zeit waren hier vorwiegend slawische Siedler beheimatet, die sich in siedelfreundlichen Gebieten, wie in Tälern oder im Waldland ausgebildeten Siedlungshorsten, niedergelassen hatten. Im 11./12. Jahrhundert kam es im Zuge der deutschen Landnahme unter Herausbildung von Rodungsherrschaften zur Anlage planmäßiger Orts- und Flurformen, wie z. B. Angerdörfern mit Gelängshufenflur. Auch Weisbach zeigt den Charakter eines solchen Angerdorfes.

Für die Schaffung eines ausgedehnten Reichsterritoriums durch Kaiser Barbarossa wurden ab der Mitte des 12. Jahrhunderts Reichsministeriale eingesetzt, die an strategisch und wirtschaftlich wichtigen Punkten Burgen anlegten. Die Burgen hatten also neben der militärischen Bedeutung auch wirtschaftliche und verwaltungstechnische Aufgaben. Zwischen 1169-80 tauschten die Staufer (Kaiser Barbarossa) das betroffene Gebiet vom Erzbistum Köln zurück. Im Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. kamen große Teile des Orlagaus an die Landgrafen von Thüringen und danach an die Grafen von Schwarzburg.

Durch die Einbuße der Macht des Königs wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts der Ausbau von fürstlichen Territorialherrschaften gefördert. Da im Bereich des nördlichen Frankenwaldausläufers sowie der nördlich angrenzenden thüringischen Gebiete, außer den Orten Saalfeld und Schleiz, wirtschaftliche und politische Machtfaktoren darstellende Ortschaften mit städtischem Charakter völlig fehlten, kam den Burgen als Zentren der entstehenden Landesherrschaft eine um so größere Bedeutung zu. Zu diesen zählten die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstandenen Burgen Saalburg, Lobenstein, Burgk, Walsburg und auch die Wysburg. Die Lobdeburger, ein Geschlecht, das ursprünglich aus Mittelfranken stammte und das 1133 im Gebiet um Jena erstmals urkundlich erwähnt wird, haben wahrscheinlich einen Hauptanteil an der Kolonisation und der ersten Herrschaftsbildung im nordöstlichen Frankenwald. So entstand für eine Generation, von 1216 bis 1238, im Gebiet um Saalburg eine lobdeburgisch-saalburgische Seitenlinie. Dieses Geschlecht ist möglicherweise für den Bau der fünf genannten Burganlagen mitverantwortlich. Nach dem Aussterben der Seitenlinie Lobdeburg-Saalburg gelangte das Gebiet vermutlich an benachbarte Feudalgewalten.

Im Zeitraum zwischen der Mitte des 13. Jahrhunderts und dem Beginn des 14. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Macht- und Territorialverschiebungen, so dass für die Wysburg in dieser Spanne keine Herrschaft oder Belehnung festgelegt werden kann. Es ist möglich, dass sie dem Erbteil Otto IV. von Lobdeburg-Arnshaugk zugeschlagen wurde, oder es erfolgte eine Angliederung an das westlich angrenzende Schwarzburger Gebiet.

Erst aus dem Jahre 1310 stammt wieder ein urkundlicher Beleg; er weist für die Vögte von Gera ein Herrschaftsgebiet bis nach Lothra und Weisbach aus. Ihnen wird auch die Gründung des Zisterzienserklosters bei Saalburg zugeschrieben. Eingesetzte Ministeriale verwalteten das ihnen zugewiesene Gebiet von den bereits vorhandenen oder neu hinzugekommenen Burgen.

Viele mittlere und kleine Adelsgeschlechter standen der aufkommenden Ware-Geld-Beziehung relativ hilflos gegenüber, die dementsprechend für die zeitgleich entstehenden Raubritterzüge verantwortlich gemacht wird.

Für die Zerstörung der Wysburg könnten zwei Ursachen in Frage kommen: Zum einen könnte die Burg durch ein Landfriedensaufgebot geschleift worden sein, zum anderen könnte eine lokal begrenzte Fehde zur Zerstörung, möglicherweise mit dem Raubritterwesen als Vorwand, geführt haben. Nicht unerwähnt darf dabei bleiben, dass nur die großen Territorialgewalten (Wettiner) und Städte (beispielsweise Erfurt) Belagerungsmaschinen von der Größe besaßen mit denen die Wysburg zerstört wurde. Die Zerstörung der Burg wird zwischen 1320 und 1330 angenommen, ein genauer Zeitpunkt ist nicht nachweisbar.

Am 30. Mai 1320 wird die Burg erstmals als castrum Honwaldein einer Urkunde des Naumburger Schatzungsverzeichnisses zusammen mit der Walsburg (waldisberg)und der Wernburg (werrinberg) als Raubschloss erwähnt. Ein viel späterer Zeitpunkt der Zerstörung wird auch nicht angenommen, da 1355 die Herren von Poseck für Weisbach genannt werden, ohne sie gleichzeitig als Burgmannen auszuweisen.

Der Ort Weisbach wird erstmals 1347 genannt.

Die Wysburg war einst Sitz der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit einer kleinen Grundherrschaft, zu der die Dörfer Weisbach, Thimmendorf, Drognitz, Lothra und Heinersdorf gehören. Nach dem Tode des letzten Burgmannes, Conrad Popo von Watzdorf, Ritter im Dienste des Vogtes Heinrich IV. von Gera, zog sich seine Witwe 1324 auf das durch Wall und Graben geschützte Burggut (purcgutum) in Weisbach zurück (in das sogenannte „Hauptmannszeug“). Um das heutige Gut sind die Spuren der ehemaligen Befestigung noch zu erkennen. Anscheinend war die Wysburg schon um 1324 unbewohnbar geworden.

 

Bildquelle: www.unser-thueringen.de

Das Museum "Haus Wysburg"

1989 wurde in Weisbach eine ständige Ausstellung im "Wysburg-Haus" eröffnet. Die Ausstellung zeigt Funde, die bei den archäologischen Ausgrabungen in den Ruinen der mittelalterlichen Wysburg zu Weisbach zutage gefördert wurden. Modelle und Karten veranschaulichen das ursprüngliche Aussehen der Burg, ihre Funktion und Nutzung sowie ihre Einordnung in ein Netz von Befestigungsanlagen zur Sicherung feudaler Herrschaftsausübung im Gebiet der oberen Saale. In Vitrinen werden die vorliegenden Funde, vor allem Keramikgefäße und eiserne Gebrauchsgegenstände, präsentiert und erläutert.

Angeschlossen wird eine Ausstellung mit neuerem agrotechnischem, hauswirtschaftlichem und sonstigem heimatkundlichem Kulturgut. Der zweite Ausstellungsteil erläutert auf Schautafeln die Lebensweise der Menschen in der mittelalterlichen Burg und deren Umfeld unter wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten. Anhand der in der Wysburg geborgenen Wild- und Haustierknochen sowie durch verschiedene Getreide- und Obstfunde lassen sich die Ernährung der Bewohner und die Art der Zubereitung ihrer Mahlzeiten rekonstruieren. Bei den Ausgrabungen wurden u. a. die Fundamente eines Backofens und eine dreiteilige Zisternenanlage freigelegt. Eine Anschauungstafel erläutert das Funktionsprinzip dieser beeindruckenden Anlage. Die Versorgung der Besatzung mit Lebensmitteln und Wasser gehörte zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Verteidigungsbereitschaft einer Burg im Kriegs- und Belagerungsfall. Weiterhin informieren die Tafeln über Anbau und Verwendung verschiedener Gemüse-, Obst- und Kräuterarten im Mittelalter. Die Ausstellung vermittelt einen Einblick in die bäuerliche Waldund Bodenbewirtschaftung während der mittelalterlichen Siedlungs- und Rodungsbewegung und ordnet das Umland der Burg in die historisch gewachsene Kulturlandschaft des heutigen Naturparks "Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale ein.

 

 

Anfahrt:

Fahren Sie zum unteren Dorfende in Weissbach und folgen dann den Schildern auf der linken Seite Richtung Wysburg, nach ca. 1,5 km kommt ein Wanderparkplatz. Von dort ca. 500m Wanderweg zur Wysburg 

Wer Lust hat, folgt uns auf eine Reise zur Wysburg in unserem Blog

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Ortsstraße 15 (Gemeindeverwaltung Weisbach)
07356 Weisbach/Thüringen

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