Schwarzburg

Über Schwarzburg:

Schwarzburg – „Staatlich anerkannter Erholungsort" der auch „Perle des Thüringer Waldes“ genannte Kurort weist eine lange Tradition als Urlaubsdomizil auf. Bereits 1840 besuchten die ersten Kurgäste den Ort. Im Jahr 1071 erstmals urkundlich erwähnt, war er viele Jahre Stammsitz der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt.

Als Zeuge einer bewegten Vergangenheit findet man als Wahrzeichen oberhalb des Ortes, das Schloss Schwarzburg mit dem barocken Kaisersaal, einem viel besuchten Museum zur Geschichte der Fürstenlinie Schwarzburg-Rudolstadt. Das Herzogtum war einer der vielen Thüringer Kleinstaaten, die mit ihren Residenzen, Theatern und Orchestern die kulturelle Entwicklung der Region bis heute geprägt und u. a. die Weimarer Klassik hervorgebracht haben. Weltbekannt ist das beschauliche Örtchen im Schwarzatal außerdem durch die Unterzeichnung der Weimarer Verfassung im Jahr 1919 durch Friedrich Ebert. Neben seinen zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten ist Schwarzburg der ideale Ausgangsort für ausgedehnte Wanderungen in das romantische Schwarzatal. Der große Waldreichtum und die Reinheit der Luft bieten hervorragende Voraussetzungen für einen erholsamen und entspannten Urlaub im Thüringer Wald.

Die Ersterwähnung 1071 als „Swartzinburg“ erfolgte in einer Grenzbeschreibung des Orlagaus.

Das Dorf unterhalb der Burg wuchs durch Ausnutzung der Wasserkraft (Mahlmühle, Schneidemühle, Lohmühle, Eisenhammer) bis zum 19. Jahrhundert als kleines Industriezentrum. Besonders im Hochmittelalter war es durch Goldwäscherei (Seifengold) wichtiger Ort im Schwarzatal. Nach Aufgabe des Eisenhammers 1846 erfolgte eine große Auswanderungswelle (mehr als 20 % der Einwohner) nach Nordamerika.

Danach kam es zu einem erheblichen Aufschwung durch Fremdenverkehr und Urlaubswesen. Studenten aus Jena (Burschenschaftsbewegung) und Maler der Romantik hatten zuvor das wildromantische Schwarzatal berühmt gemacht (siehe auch Ludwig Bechstein). Auch Goethe, in einem Brief an Charlotte von Stein vom 5. Juli 1781, fand das Tal erwähnenswert: „NB. von Schwarzburg auf Blanckenburg ist ein fürtrefflicher Weeg der Schwarze nach, durch ein tiefes Thal zwischen Fels und Wald Wänden.“[2] 1887 wurde in Schwarzburg der Schwarzburgbund gegründet, ein Zusammenschluss von christlich geprägten farbentragenden, nichtschlagenden Studentenverbindungen.

Besondere historische Bedeutung erlangte Schwarzburg, da hier Reichspräsident Friedrich Ebert im Urlaub am 11. August 1919 die von der Nationalversammlung in Weimar beschlossene Reichsverfassung, die erste demokratische Verfassung Deutschlands (Weimarer Verfassung), unterzeichnete. Dieser Akt fand mit großer Wahrscheinlichkeit im Hotel „Weißer Hirsch“ statt, jedenfalls nicht im Schloss. Zwischen dem Hotel und der dazugehörenden Villa „Schwarzaburg“ – in der Ebert wohnte – wurde auf einer Rasenfläche ein schlichter Gedenkstein wieder kenntlich gemacht, der folgende Inschrift trägt: „In Schwarzburg wurde am 11. August 1919 vom Reichspräsidenten Ebert die Verfassung des Deutschen Reiches ausgefertigt“.

Im Jahre 1944 waren im Schloßberg-Hotel 30 - 40 Schüler im Rahmen der Kinderlandverschickung (KLV) untergebracht. Diese Verschickung erfolgte seit dem 27. September 1940 nach einem Rundschreiben Martin Bormanns mit dem Vermerk "Auf Anordnung des Führers". Die Durchführung der Aktion wurde von der HJ-Führung organisiert und hatte zur Aufgabe, die Kinder aus den bombengefährdeten Gebieten in "friedlicher" Umgebung zu schützen. So wurde das KLV-Lager im Schloßberg-Hotel von Schülern mit ihren Lehrern durch das Düsseldorfer Lessing-Gymnasium belegt. Das Hotel wurde damals von Familie Schildbach geführt.

Das Schloss Schwarzburg war seit dem 12. Jahrhundert Stammsitz der Grafen von Schwarzburg. Nach wiederholten Aufteilungen in verschiedene Linien entstanden 1599 die zwei Hauptlinien Schwarzburg-Sondershausen (1909 erloschen) und Schwarzburg-Rudolstadt, die 1697 und 1710 in den Reichsfürstenstand erhoben wurden. Schwarzburg gehörte bis 1918 zur Oberherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt. Das renovierte Zeughaus des Schlosses war anlässlich des Jubiläums "125 Jahre Schwarzburgbund" (Pfingsten 2012) der Öffentlichkeit vorübergehend zugänglich. Das Schlossgebäude wird derzeit ebenfalls renoviert.

Im ehemaligen Pädagogium (Privatschule von 1919, die zur mittleren Reife und zum Abitur führte) wurde 1946 eine Landesforstschule eingerichtet. 1950 wurde sie Fachschule, 1968 Ingenieurschule, seit 1992Fachhochschule für Forstwirtschaft. Die Fachhochschule wurde durch die Freistaaten Sachsen und Thüringen als verwaltungsinterne Ausbildungsstätte für den gehobenen Forstdienst gemeinsam betrieben und mit Ausbildungsende des letzten Studienjahrgangs 2008 geschlossen. Im Norden von Schwarzburg befindet sich der frei zugängliche „Forstbotanische Garten Schwarzburg“.

Etwas oberhalb der Stadt liegt das Bahnhofsgebäude von 1900, es ist das schönste und aufwendigste der Schwarzatalbahn. Das Dach ist mit farbig glasierten Ziegeln gedeckt. An der Westseite wurde für die Schwarzburger Fürsten ein separater Anbau errichtet. Das Empfangsgebäude ist seit dem 1. Juni 1992 geschlossen und fungiert nach der Wiedereröffnung der Strecke nur noch als Haltepunkt. Es wurde von der Firma Faller als Modell nachgebaut.

 


 

Quelle/Bildrechte: Fremdenverkehrsverein Schwarzburg e.V. 

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