Schloss Heidecksburg

Schloss Heidecksburg

Zauber des Barock in Thüringen

Über Schloss Heidecksburg:

Die Heidecksburg in Rudolstadt ist das prachtvollste Barockschloss des 18. Jahrhunderts im Freistaat Thüringen. Es zieht mit seinen vielfältigen Sammlungen sowie Ausstellungen jährlich über 100.000 Besucher in seinen Bann und ist eines der beliebtesten Reiseziele in Thüringen.

Im hohen Mittelalter noch Besitztum der Grafen von Orlamünde, erwarben im Jahr 1340 die Schwarzburger Grafen die Burg. Von 1574—1918 war sie Residenz der Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt.

„Diese Gegend wird Ihnen lieb sein, mir brachte sie gestern einen Eindruck von Ruhe in der Seele, der mir innig wohltat“ – so lockte Charlotte von Lengefeld ihren späteren Gatten Friedrich Schiller zu einem Sommeraufenthalt nach Rudolstadt. Er kam, bezog im Vorort Volkstedt Quartier und schrieb wenige Tage später einem Freund, dass er von seiner Wohnung aus eine sehr reizende Aussicht auf die Stadt genieße, „die sich am Fuße eines Berges herumschlingt, und von weitem schon durch das fürstliche Schloss, das auf die Spitze des Felsens gepflanzt ist, sehr vorteilhaft angekündigt wird."

Dieser einladende Blick auf die sich 60 Meter über der Stadt an der Saale erhebende Anlage ist bis heute unverstellt möglich. Neben Schiller und Goethe kann die Stadt auf weitere große Namen verweisen, darunter die Gebrüder Humboldt, Arthur Schopenhauer sowie die Musiker und Komponisten Nicolo Paganini, Franz Liszt und Richard Wagner. Sie beförderten das Streben des höfischen Rudolstadts, ein „Klein-Weimar“ zu sein.

Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erlebte die Residenz Rudolstadt eine bemerkenswerte Blüte auf vielen Gebieten. Besonders unter dem kunstsinnigen, von 1744 bis 1767 regierenden Fürsten Johann Friedrich genossen die Wissenschaften, die Künste und da insbesondere die Musik, eine großzügige Förderung. Auch das Schul- und Kirchenwesen, der Handel mit Wald- und Zierglas sowie die Fayence- und Porzellanmanufaktur waren sich der Gunst des Regenten sicher. Hatte Kaiser Leopold I. bereits 1697 unter Protest der Ernestiner zwei Linien der Schwarzburger Grafengeschlechter in den Reichsfürstenstand erhoben, wurde im Juni 1710 auch dem Haus Schwarzburg-Rudolstadt diese Aufwertung zuteil. Ein standesgemäßes Residenzschloss war die Heidecksburg jedoch bis dahin nicht.

An die Burganlage der Grafen von Orlamünde aus dem 13. Jahrhundert, welche die Schwarzburger im Jahr 1334 erwarben, erinnern nur noch Gewölbe und Mauerreste in den Kellerbereichen des Schlosses sowie die Umfassungsmauer der unteren Gartenterrasse (ehemaliger Schlossgarten). Diese und noch mindestens eine weitere nachweisbare Vorgängerburg hatten Brandkatastrophen weitgehend zerstört. Auch das letzte Großfeuer auf dem Burgberg im Jahr 1735 war verheerend. Der damals regierende Fürst Friedrich Anton, dessen Büste die hofseitige Mittelachse des Westflügels schmückt, nutzte allerdings diese Chance zum Bau eines Residenzschlosses, das unter geschickter Einbeziehung vorhandener Bauteile den allseits gewachsenen Repräsentationsansprüchen genügen sollte.

Die Bauaufgabe vertraute er dem sächsischen Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel (1686-1752) an, der sich vor allem mit dem Neubau des Westflügels bleibend einbringen konnte. Dessen Fassaden und die Anordnung der frei voneinander begehbaren Räume/Appartements verraten Knöffels Orientierung am französischen Vorbild. Finanzprobleme und schon während der Bauausführung auftretende erhebliche Schäden führten zur Ablösung Knöffels. Zum „Fürstlichen Baudirektor“ wurde an seiner Stelle im Mai 1743 der im benachbarten Weimar tätige Baumeister Gottfried Heinrich Krohne (1703-1756) ernannt.

Zum weithin sichtbaren Zeichen seines Wirkens wurde der 40 Meter hohe barocke Schlossturm. Im Inneren erzählen die Entwürfe zur Ausstattung vieler repräsentativer Räume, allen voran als vielbewunderte Glanzleistung bis heute der Heiterkeit verbreitende, zwölf Meter hohe Rokoko-Festsaal, vom Können des Weimarer Architekten. Die Gestaltung Krohnes für den im Grundriss ursprünglich rechteckigen Festsaal, der durch zwei Geschosse geführt ist, ließ einen der bemerkenswertesten Rokokosäle in Deutschland entstehen. Dessen erlesene Ausstattung durch namhafte Stuckateure, Bildhauer und Maler erhebt ihn zu einem unter den Thüringer Schlössern einmaligen Gesamtkunstwerk. Vom Fußboden über den Stuck und die Malereien bis zu Spiegeln und den Arbeiten aus Schmiedeeisen am Balkon für die Hofmusik, ist das eine auf das andere abgestimmt, scheint alles nur für diesen Raum geschaffen.

Nicht minder prächtig präsentieren sich beim Rundgang durch das Schloss unter anderem das Spiegelkabinett, verschiedene Appartements und kleine Säle. Gehend über den Hof in historischer Pflasterung, vorbei an Pferdeschwemme, Schönem Brunnen und Reithalle, gelangt der Besucher zu den Terrassen. Auf der mittleren Terrasse steht das einstige Kanonenhaus (heute Cafe). Die untere Terrasse war zunächst eine barocke Gartenanlage (woran das hier stehende Schallhaus erinnert), ehe sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Sinne eines Landschaftsgartens umgestaltet wurde. Aus dieser Zeit existieren noch einzelne Bäume.

Auf Schloss Heidecksburg haben ihren Sitz das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg mit seinen Sammlungen, das Thüringische Staatsarchiv Rudolstadt sowie die Verwaltung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

 

 

kindermuseum-thueringen.de

Bildquelle Thüringer Landesmuseum Heidecksburg

Unser Vorteil für Sie

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2 € Nachlass bei Vorlage der Thüringer Wald Card Vorteil Eintritt
Kinder bis 14 J. 0,00 EUR
Erw.: 5,00 EUR (statt: 7,00 EUR)
Jugendliche 15-18 J.: 3,00 EUR (statt: 4,50 EUR)
Öffnungszeiten April-Okt. Di-So 10.00-18.00 Uhr
Nov.-März Di-So 10.00-17.00 Uhr

Lisa und Leos Museumstour durch Thüringen - Für Kinder gibt es auch hier wieder einiges zu entdecken:

100 Jahre mussten vergehen bevor Schloss Heidecksburg vollendet werden konnte. 1737 begannen die Bauarbeiten. Deutschland war zu dieser Zeit in über 300 Staaten geteilt, und in dem kleinen Land Schwarzburg-Rudolstadt regierte ein ehrgeiziger Fürst namens Johann Friedrich. Für seinen prunkvollen Schlossbau holte er berühmte Baumeister nach Rudolstadt. Allerdings reichte sein Geld oft nicht, und die Arbeiten mussten für längere Zeit ruhen. Welcher der prächtigen Räume wird euch am besten gefallen? Vielleicht der große Musiksaal? Achtet einmal auf den Klang der Musik, die hier gespielt wird! Er ist wirklich toll. Kein Wunder, dass die Fürstenfamilie oft und gern feierte. Bei großen Festlichkeiten hatten allein in diesem Saal über 100 Gäste Platz. Stets gab es ein Festessen, manchmal wurde ein Theaterstück aufgeführt, und man tanzte bis in die Nacht. Wie es damals hier zugegangen sein könnte, werdet ihr in der faszinierenden Ausstellung „Rococo en miniature“ erleben: Prächtige Schlösser, bewohnt von Königen, Prinzessinnen und deren buntem Gefolge – alles ganz mini und doch lebensecht. Wenn ihr euch in Gedanken ebenfalls winzig klein macht, könnt ihr in dieser Wunderwelt spazieren gehen und unglaubliche Abenteuer erleben.


Was es sonst zu sehen gibt:

Kanonen, Schwerter, Ritterrüstungen, Pistolen und Gewehre des „Schwarzburger Zeughauses“
Wohnräume mit alten Möbelstücken aus kunstvoll verarbeitetem Holz; kostbar bemalte Terrinen, Teller und Tassen aus Porzellan
Im Naturalienkabinett seht ihr eine naturkundliche Sammlung aus der Zeit vor 200 Jahren, dazu gehören Vögel und Säugetiere aus aller Welt sowie Mineralien und Muscheln
Lisas Tipps und Extras:

Auch wenn Mutti und Vati drängeln - für den Besuch von „Rococo en miniature“ solltet ihr euch unbedingt Zeit lassen! Immerhin sind zwei zauberhafte Königreiche mit zehn Schlössern und anderen Bauten zu bestaunen. Neben den Königen leben hier mehr als 1000 weitere Personen. Obwohl millimeterklein, hat jede ihren Namen und ihre eigene Geschichte. Auch alle Einrichtungsgegenstände sehen völlig echt aus. Selbst die kleinste Schublade des Kabinettschränkchens von König Talari III. lässt sich öffnen. Gebaut wurde diese phantastische Welt von Manfred Kiedorf und Gerhard Bätz. Stellt euch vor, 50 Jahre lang haben die Künstler daran gebastelt.

 

 

 

Ausstellungen & Museen

  • Rococo en miniature - Die Schlösser der gepriesenen Insel
  • Festräume - Leichtigkeit und Eleganz des Rokoko
  • Wohnräume - Ein Streifzug durch die Stil-Epochen
  • Gemäldegalerie- Ausdruck des Repräsentationsstrebens
  • Porzellangalerie - Das weiße Gold aus Thüringen
  • Schwarzburgische Geschichte - Über die Herkunft der Schwarzburger
  • Naturhistorisches Museum - Traditionsreiche Sammlung

Geschäftszeiten

Öffnungszeiten
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Schlossbezirk 1
07407 Rudolstadt

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