KZ-Gedenkstätte Laura

KZ-Gedenkstätte Laura

Ort der Erinnerung - Außenlager des KZ Buchenwald

Über KZ-Gedenkstätte Laura:

Das Konzentrationslager Laura gehörte zu den großen Außenlagern des KZ Buchenwald. Es entstand im September 1943 mit der Untertageverlagerung der Raketenfertigung von der Heeresanstalt Peenemünde in den mitteldeutschen Raum.

In der 19-monatigen Lagerzeit kamen über 2500 Häftlinge aus 10 Nationen in dieses Außenkommando. Über 550 Gefangene starben im Lager Laura an den Folgen der unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen und durch Mord.

Die Gedenkstätte mit einer musealen Ausstellung besteht seit 1979 in einem Teil der ehemaligen Häftlingsunterkunft.

Als authentischer Lernort und internationale Begegnungsstätte vermittelt die Gedenkstätte Laura Kenntnisse über ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. Die intensiven Begegnungen mit ehemaligen Häftlingen unterschiedlicher Herkunft haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen und tragen dazu bei, die Erinnerung an das Geschehene aufrecht zu erhalten. Mit dem Wunsch Herman van Hasselts, seine letzte Ruhestätte im Gelände des ehemaligen Außenlagers zu finden, setzte er symbolisch ein Zeichen des Sieges über Unmenschlichkeit und Barbarei.

Regelmäßige Projektarbeiten mit Schülergruppen fördern nicht nur das historische Bewusstsein, sondern geben zugleich das Vermächtnis der Überlebenden an nachfolgende Generationen weiter.

Häftlingsbereich
Der ehemalige Häftlingsbereich umfasste neben den Unterkunfts-, Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden u. a. auch den Appellplatz, die Krankenbaracke, die Latrine und die  Leichenhalle. Dieser historisch besonders sensible Bereich des Lagers wurde Ende des Jahres 2010 vom Landkreis Saalfeld-Rudolstadt erworben, um die Gedenkstätte langfristig zu erhalten.

Der Häftlingsbereich gliedert sich in die folgenden Einrichtungen:

  • Block 1
  • Block 2
  • Block 3
  • Block 4
  • Krankenrevier
  • Leichenhalle
  • Häftlingslatrine
  • Häftlingsküche
  • Kartoffelschälgrube
  • Appellplatz
  • Marterbirken
  • Häftlingsweg
  • Oertelsbruch

SS-Bereich
Der ehemalige SS-Bereich lag unmittelbar neben dem Häftlingsbereich außerhalb des Lagerzaunes. Das Areal in dem die Lagerleitung und das Wachpersonal untergebracht war ist Teil des Kulturdenkmales und steht ebenfalls unter Denkmalschutz.


Unterkünfte der Wachmannschaft.
In diesem Gebäudekomplex außerhalb des stacheldrahtumzäunten Lagerareals lebten die Wachmannschaften. Sie waren relativ luxuriös untergebracht, hatten sogar einen eigenen Kinosaal. Ursprünglich weniger als 40 Mann stark, stieg die Zahl der Wachmannschaften im Winter 1943/44 auf etwa 150 und sank nach dem Abschluss der größten Baumaßnahmen auf etwa 80. Abgesehen von den Offizieren waren die meisten der SS-Wachen sogenannte „Volksdeutsche“. Im Sommer 1944 wurde ein Teil von ihnen durch ehemalige Luftwaffensoldaten ersetzt, die von der SS übernommen worden waren. Von den ehemaligen SS-Gebäuden sind heute nicht mehr alle erhalten. Bis zum Jahr 2011 nutzte das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) die Gebäude zur Therapierung suchtkranker Jugendlicher.

Hundezwinger
Hier wurden die Hunde der SS-Mannschaften gehalten, die bei der Bewachung des Lagers und der außerhalb des Lagerareals arbeitenden Häftling eingesetzt wurden.

Lagertor
Das Tor des Außenlagers Laura war der einzige Zugang zum Lager. Die meisten Häftlinge rückten von hier täglich zur Arbeit aus. Von dem Tor ist heute nichts mehr erhalten.

Lagerzaun
Das Lagerareal war von einem dreifachen Zaun umgeben, von denen einer elektrisch geladen war. Der Zaun ist heute nicht mehr erhalten.

Wachtürme
Eine Flucht der Häftlinge sollte von insgesamt sechs Wachtürmen verhindert werden. Sie ergänzten den Zaun um das Lager. Auf einigen Türmen waren Scheinwerfer installiert, mit denen in der Nacht das Gelände abgesucht wurde. Im Sommer 1944 wurde das Lager verkleinert und der Wachturm in der Nähe des ehemaligen „Italienerlagers“ verlor seine Funktion. Heute sind nur noch die Fundamente von vier ehemaligen Türmen zu sehen, die wahrscheinlich unmittelbar nach dem Krieg abgerissen wurden.

Trafohäuschen
Über diesen Trafo wurde der Elektrozaun, der das Lager umgab, mit Strom versorgt. Heute ist nur noch das Fundament erhalten.

Oertelsbruch
Im Oertelsbruch fanden die Triebwerkstests der A4/V2-Rakete statt. Hier mussten die Häftlinge Schwerstarbeit beim Raketen-Testbetrieb leisten. Die Anlagen für die Flüssigsauerstoff und –Stickstoffproduktion befanden sich untertage. Nach Kriegsende wurde der Schieferbruch zunächst durch die Alliierten nachgenutzt. Bis zum Jahr 2009 wurde hier Schiefer abgebaut. Heute staut sich das Wasser im ehemaligen Bruch bereits über mehrere Meter. Von den ehemaligen Testständen sind nur noch kleine Mauerreste zu erkennen.

 

Bild: KZ Gedenkstaette Laura

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KZ-Gedenkstätte Laura
Fröhliches Tal
07349 Lehesten

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