Fleischbänke Neustadt an der Orla

Fleischbänke Neustadt an der Orla

Einzigartig in Europa

Über Fleischbänke Neustadt an der Orla:

Vom Kirchplatz gelangt man durch die historischen Fleischbänke zurück zum Marktplatz. Die "Fleischbänke" sind eine mittelalterliche Ladenstraße der Neustädter Fleischer. Von den ehemals 17 Verkaufslauben, die beiderseits angeordnet waren, sind noch 9 erhalten.

Der kulturhistorisch wertvolle Gassenbereich aus dem Jahre 1475 ist in Europa einmalig und wurde im Jahre 2002 grundhaft saniert.

Die Anlage wurde zu dem Zweck geschaffen, dass die Fleischer nur hier und unter Aufsicht eines vom Stadtrat beauftragten Fleischaufsehers ihre Produkte verkaufen durften. Heute werden die Verkaufslauben zum Stadtfest und Adventsmarkt für Händler und Handwerker geöffnet.

 

Was sind Fleischbänke?

Als Fleischbänke wurden im Hoch- und Spätmittelalter die zentral, meist am Marktplatz einer Stadt zusammengefassten Metzger- und Fleischhauerstände bezeichnet. Die Bankform ihrer Verkaufstische gab ihnen den Namen.

Waren diese zu Beginn ihres Aufkommens, also etwa um 1342 in Ingolstadt, noch als offene Verkaufstische im Freien angelegt, so wurden schon sehr bald diese Fleischbänke in Gewölben, meist in den Erdgeschossen der um den Markt stehenden Häuser zusammengefasst. Die Bedeutung dieser wichtigen wirtschaftlichen Einrichtungen im mittelalterlichen Stadtgefüge bemisst sich daran, dass derartige Einrichtungen auch durch kaiserliches Dekret zu Lehen verliehen wurden, im Beispiel Ingolstadts durch Kaiser Ludwig den Baiern.

In den aufstrebenden Städten des Hochmittelalters bildete sich ein stark reglementiertes Zunftwesen aus. Die Zünfte der Fleischhauer und Metzger waren, wie alle Zünfte, in bestimmten Stadtvierteln konzentriert und hatten zur besseren Kontrolle der vom jeweiligen Magistrat vorgeschriebenen Hygiene- und Qualitätsvorschriften direkt nebeneinanderliegende Verkaufsstätten, in denen die frisch geschlachteten Tiere zerlegt und verkauft wurden. Die Schlachthöfe lagen meist außerhalb der Stadtmauer, da die mit der Entsorgung der Schlachtabfälle verbundenen Gewerbe oft zu den unehrlichen Handwerken gehörten und deshalb nicht in der Stadt selbst ansässig sein durften. Die Einhaltung der Vorschriften wurde dabei meist von einem vom Magistrat eingesetzten Fleischaufseher überwacht, die jeweilige Zunftordnung regelte die Preise und führte eine Angebotssteuerung durch.

Mit der Aufhebung der Zunftordnungen und Einführung der Gewerbefreiheit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden die zentralen Fleischbänke in den größer werdenden Städten durch individuelle Metzgereien hauptsächlich in den Wohnvierteln auch abseits der zentralen Marktplätze ersetzt und verdrängt.

Das Gebäude der ehemaligen Leipziger Fleischbänke in der Reichsstraße um 1895
Fleischbänke sind teilweise noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in Betrieb gewesen, die einzige noch vollständig original erhaltene Anlage dieser Art in Europa befindet sich in Neustadt (Orla) und wurde noch bis 1948 als Freibank genutzt.

 

Quelle: Stadt Neustadt an der Orla / Wikipedia

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Fleischbänke Neustadt an der Orla
Topfmarkt 1
07806 Neustadt an der Orla

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