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Handwerker haben’s auch nicht leicht!

Handwerker haben’s auch nicht leicht!

Kunden klagen über lange Wartezeiten und hohe Preise am Bau. Dabei sind die Betriebe gar nicht allein schuld daran.
Artikel von Katharina Heckendorf / www.zeit.de

...Sie suchen einen Dachdecker oder einen Klempner? Das kann dauern
Hausverwaltungen, Vermieter und private Bauherren in ganz Deutschland kennen die Terminprobleme mit Dachdeckern, Klempnern, Fensterbauern und Fliesenlegern. Neun oder zehn Wochen Wartezeit, sagt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), seien derzeit üblich. Hört man sich bei großen Auftraggebern um, sollen es gar mehrere Monate sein, die sie in der Regel warten müssen – wenn sie überhaupt jemanden finden.

Schuld an der Entwicklung ist der aktuelle Bau- und Immobilienboom, den die billigen Kreditzinsen antreiben. Die Preise für Bauleistungen an neuen Wohngebäuden sind im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gestiegen, berichtet die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Zugleich verschärft der Gesetzgeber laufend die Vorschriften, etwa zu Brandschutz und Wärmedämmung. Da müssen meist Profis statt Heimwerker ran. Doch die Nachfrage nach Handwerkern ist viel größer als das Angebot.

In der Marktwirtschaft würde man nun erwarten, dass die Preise steigen und sich neue Anbieter etablieren, um daran zu verdienen. Doch das funktioniert nicht. Nicht einmal in Karl-Hermann Kliewes Jena, obwohl die Bürger dort mehr fürs Bauen ausgeben als in jeder anderen deutschen Stadt. Durchschnittlich 2.700 Euro pro Einwohner waren es dem Statistischen Bundesamt zufolge im Jahr 2016. Trotzdem sind die Handwerker knapp.

Woran liegt das nur?

Tatsächlich würden viele von ihnen aber auch gerne mehr Umsatz machen und mehr Aufträge annehmen. Das gelingt ihnen bloß nicht. Denn viele Handwerksbetriebe haben genau dasselbe Problem wie ihre Auftraggeber: Sie finden selbst niemanden, der die Arbeit machen will.

1999 haben in Jena noch 627 junge Menschen eine Handwerkslehre begonnen. Im Jahr 2017 waren es gerade einmal 208. Und so ist es im ganzen Land. Dem ZDH zufolge hat sich die Zahl der Lehrlinge in den bauenden und ausbauenden Gewerken – dazu gehören Maurer, Zimmerleute, Gerüstbauer oder Maler – deutschlandweit von rund 123.000 im Jahr 1999 auf etwa 54.000 im Jahr 2016 mehr als halbiert. Dazu sind im Ausbildungsjahr 2016/2017 gut 14.000 Lehrstellen im Handwerk frei geblieben.

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Quelle: www.zeit.de

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