Grünes Band Tour 4 - Vom Zoptetal zur Thüringer Warte

Grünes Band Tour 4 - Vom Zoptetal zur Thüringer Warte

Über Grünes Band Tour 4 - Vom Zoptetal zur Thüringer Warte:

Die Tour führt zur Thüringer Warte. Sie ist eine von zwölf Wander- und drei Radtouren, die 20 Jahre nach dem Mauerfall Besucher tief in die Geschichte der deutschen Teilung hinein führen.
Die thüringische Kleinstadt Gräfenthal liegt malerisch in einem tief ins Schiefergebirge eingeschnittenen Talkessel. Auf einem Felsvorsprung hoch über der Stadt erhebt sich das Schloss Wespenstein.

Vom Gräfenthaler Marktplatz gehen wir in südlicher Richtung entlang der Marktstraße, folgen der Coburger Straße nach rechts und unterqueren das alte Viadukt der Bahnstrecke Probstzella – Sonneberg. Seit 1996 ruht im Abschnitt zwischen Probstzella und Ernstthal der Zugverkehr, seit 2008 lädt der Förderverein Max- und Moritzbahn e.V. zu Draisinenfahrten ein. 

Links hinter der Bahnbrücke verlassen wir Gräfenthal auf dem Lichtenhainer Weg. Die Bergbau-Symbole des Schieferpfades führen nun durch ein kleines Seitental zwischen dem 646 Meter hohen Friedlersberg und dem 725 hohen Beerhügel. Nach zwei Kilometern erreichen wir das Grüne Band am Kolonnenweg, auf dem wir weiter nach links wandern.

Bei einigen Abschnitten des Biotopverbundes im Bereich des Schiefergebirges handelt es sich um den sonst sehr seltenen Lebensraum der Zwergstrauchheiden. Sie bildeten sich auf sauren, nährstoffarmen Tonschiefer-Böden, auf denen die DDR-Grenztruppen nicht nur den Wald rodeten, sondern stellenweise den Humus und die obersten Bodenschichten entfernten. Damit sollte eine allzu üppig nachwachsende Vegetation unterdrückt werden.

Eine charakteristische Pflanzenart dieses Lebensraums ist das Heidekraut, eine typische hier lebende Vogelart die Heidelerche. Im Vegetationsmosaik aus Zwergsträuchern, Moosen und Flechten befinden sich auch niedrigwüchsige Rosettenpflanzen, wie Arnika oder das Kleine Habichtskraut. Örtlich wächst massenhaft Keulen-Bärlapp. Typische Insekten im Bereich der offenen Flächen sind Sandlaufkäfer-Arten und die Gefleckte Keulenschrecke.

Eine Info-Tafel neben einem überdachten Rastplatz zeigt, wie man die Artenvielfalt in diesem Abschnitt des Grünen Bandes durch regelmäßige Entbuschung erhält. Dabei werden vor allem Fichten und Birken entfernt.

Nach zwei Kilometern auf dem Kolonnenweg erreichen wir eine Wegekreuzung, auf der wir nach rechts das “Köchinnengrab” auf der fränkischen Seite erreichen. Einer Überlieferung zufolge wurde hier im 16. Jahrhundert eine Bedienstete der Lauensteiner Burg wegen Kindesmordes mit dem Tode bestraft.

Um zum 678 Meter hohen Ratzenberg zu gelangen, folgen wir dem Bergbau-Zeichen und der Markierung “R 44” nach links. An der Nordseite des Berges ist der Aufgang zur 26,5 Meter hohen Thüringer Warte. Der Aussichtsturm entstand 1963, um den Besuchern auf der fränkischen Seite der Grenze einen Ausblick auf das Thüringer Schiefergebirge mit den typischen, tief eingeschnittenen Tälern zu ermöglichen. Im Inneren des Turms dokumentieren historische Fotos und Schriftstücke die Grenzziehung, den Bau der DDR-Grenzsperranlagen sowie den Fall des Eisernen Vorhangs. Auf der Aussichtsplattform erlebt man das Grüne Band im Frühjahr bei Sonnenschein als hellgrün leuchtender Vegetationsstreifen inmitten der dunklen Fichtenwälder.

Um zurück nach Gräfenthal zu gelangen, geht man auf demselben Weg zurück zum Köchinnengrab, überquert den Kolonnenweg und folgt den Wegweisern zur Stadt (keine Markierungen).

Für eine Verlängerung der Wanderung nach Osten bieten sich zwei Varianten an: Wer die Audio-Tour in Richtung Probstzella fortsetzen möchte, folgt am Ratzenberg weiter den Bergbau-Zeichen. Nordöstlich von Lauenstein gelangt man zu schönen Aussichtspunkten auf Probstzella. Wer entlang der Audio-Route hinab nach Probstzella wandert, kann werktags vom Marktplatz mit einem Linienbus zurück nach Gräfenthal fahren. Alternativ bietet sich von der Thüringer Warte aus die Rundroute des Wetzsteinmacher-Wegs “R 44” an, auf dem man den Ratzenberg in einem großen Bogen umrundet und dabei nach Lauenstein gelangt

 

Quelle: www.thueringer-wald.com

Fünf der „Erlebnis Grünes Band“-Touren sind als Audio-Touren konzipiert. An ihrem Verlauf stehen Infotafeln mit Tel.-Nr., unter denen man Wissenswertes zur Geschichte/Natur der Standpunkte erfahren kann. Beim Abruf der Hörbeiträge während einer Wanderung mit dem eigenen Handy entstehen nur die Verbindungskosten ins deutsche Festnetz, für den Informationsservice werden keine zusätzlichen Gebühren berechnet. Wer eine Festnetz-Flatrate besitzt, dem entstehen keine Kosten. Die Audio-Beiträge können auch unter www.gruenesband.tomis.mobi oder an den sieben Infopunkten „Erlebnis Grünes Band“ angehört und für MP3-Player heruntergeladen werden. Ebenfalls werden Audio-Guides ausgeliehen.

Streckendetails:

  • Schwierigkeit leicht
  • Strecke 10,6 km
  • Dauer 2:52 Std.
  • Aufstieg 396 m
  • Abstieg 396 m
  • Wegebeschaffenheit: Zwei Kilometer über den Betonplatten-Kolonnenweg, ansonsten überwiegend auf gut begehbaren Forstwegen.
  • Wegemarkierungen: Bergbau-Symbol “Schlägel und Eisen” im Bereich des Schieferpfades, Rückweg mit Wegweiser, jedoch ohne Markierungszeichen.
  • MP3-Audio-Tracks: vor Ort herunterladbar beim Info-Punkt “Grünes Band” im Haus des Volkes in der Bahnhofstraße 25 in Probstzella.

Weitere Infos und Links
Regionalverbund Thüringer Wald e.V.

Krankenhausstr. 12

98693 Ilmenau,

Tel. 03677/6 89 96-20,

www.thueringer-wald.com

Frankenwald Tourismus Service Center

Adolf-Kolping-Str. 1

96317 Kronach,

Tel. 09261/60 15-17

www.frankenwald-tourismus.de

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Coburger Str.
98743 Gräfenthal

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