Grünes Band Tour 11 - Durchs eng verschlungene Saaletal

Über Grünes Band Tour 11 - Durchs eng verschlungene Saaletal:

Am Bahnhof in Blankenstein befindet sich das Denkmal des steinernen Rennsteig-Wanderers, das der Unternehmer Anton Wiede im Jahr 1903 gestiftet hat (siehe Infos ZPR Blankenstein). Vor der Rundwanderung sollte man den Beginn des Rennsteigs besuchen. Dazu überqueren wir den Bahnübergang und folgen dem “R” 300 Meter, am Wanderstützpunkt vorbei, zu den Info-Tafeln an der Selbitzbrücke. Nach der Grenzöffnung hat sich die wiedererrichtete Brücke zu einem Drehkreuz des Wanderns entwickelt: Hier beginnen unter anderem der traditionelle Rennsteig, der im Jahr 2004 eröffnete Frankenweg und der 2007 eingeweihte Fränkische Gebirgsweg. Außerdem startet hier der Saalepfad, entlang dessen Sie sich zu Geologie, Natur und Geschichte der Region informieren können.Wir bleiben auf der thüringischen Seite der Selbitz und folgen dem Wegweiser zum “Saale-Orla-Weg” nach links. Hinter dem Einkaufsmarkt führt eine Treppe zur Straßenbrücke, von der die Mündung der Selbitz in die Saale zu sehen ist. An der ehemaligen Ziegelhütte zeigt ein Luftbild an einer Info-Station das Grüne Band entlang des Saaletals. Von hier bis zur ehemaligen Papierfabrik Blankenberg verläuft das zwei Kilometer lange Gleis der “Pferdebahn” entlang der Saale.   

Wir folgen dem Fußweg, der zunächst noch ein kurzes Stück die Straße begleitet und dann steil hinauf nach Blankenberg führt. An der zweiten Kreuzung im Ort folgen wir rechts der Straße zur Gnadenkirche und zum Schlossberg. Wer vor dem Gasthaus rechts zum Aussichtspunkt “Hochzeitskorb” geht, kann Blankenstein und die Zellstofffabrik überblicken. “Rosenthal” heißt der Flurname des Grundstücks in einer Saaleschleife, auf dem der Unternehmer Anton Wiede im Jahr 1883 “Wiedes Papierfabrik Rosenthal” gegründet hat. 1891 begann die Zellstoffproduktion. Trotz Protest der Werksarbeiter, die zur Unternehmerfamilie hielten, kam es 1946 zur Enteignung. 1994 übernahm der kanadische Mercer-Konzern den “Volkseigenen Betrieb ZPR Blankenstein” und investierte seitdem 400 Millionen Euro in umweltfreundlichere Produktionsanlagen.

Links am Gasthaus “Blankenberg” vorbei gelangt man zur Schlossruine. Die Schutzburg aus dem 11. Jahrhundert wurde am 14. Juni 1948 von sowjetischen Besatzungssoldaten gesprengt. Ein Modell im Maßstab 1 : 10 zeigt, wie das Rittergut vor der sinnlosen Zerstörung aussah. Trittsicherheit ist erforderlich, um zum Aussichtspunkt “Bastei” zu gelangen. Dies ist der Bergsporn, um den die Saale fließt und der unter Naturschutz steht.
An der Kirche muss man sich entscheiden, ob man die kürzere oder die gesamte Rundtour wandern möchte. Für die Abkürzung folgt man hinter dem Gasthaus dem Wegweiser zur Pferdebahn. Nach dem Abstieg zur ehemaligen Papierfabrik überquert man die Saale auf einer Stahlfachwerkbrücke. Diese überspannte den Fluss ursprünglich in Blankenstein als Verbindung der Kolonnenwege. Mit der Versetzung des Bauwerkes für Wanderer und Radfahrer gelang nach der Grenzöffnung ein Brückenschlag in eine neue Zeit. Die Abkürzung verläuft entlang des Fränkischen Gebirgswegs ins Kemlastal, wo man an der ersten Forstwegekreuzung rechts dem Wiedeturmweg folgt (Fortsetzung siehe unten).
Für die gesamte Rundtour folgt man an der Gnadenkirche dem Saale-Orla-Weg entlang der Hauptstraße und der Issigauer Straße. Östlich von Blankenberg gelangt man zum Kolonnenweg, der steil nach oben auf die Hochebene nördlich des Saaletals führt. Erst hinter Pottiga verläuft der Kolonnenweg direkt am Saaleufer. Je nachdem, ob wir auf dem Hochplateau oder am Ufer wandern, lernen wir unterschiedliche Lebensräume des Grünen Bandes kennen.

An der Gedenktafel beim geschleiften Gut Saalbach überqueren wir die Saale, gehen den Asphaltweg hinauf zum Ortsrand von Rudolphstein und folgen der Panoramastraße nach rechts. 100 Meter nach dem Parkplatz beginnt rechts der Schiefersteig “US 74”, der uns nach drei Kilometern an den ehemaligen Schiefergruben von Eisenbühl vorbeiführt. Auf den Felswänden und Halden wachsen Flechten, Berg-Sandglöckchen, Schwarzwerdender Geißklee und die Grasart Draht-Schmiele. Im “geschützten Landschaftsbestandteil” leben unter anderem Waldeidechsen, Blindschleichen, seltene Spinnenarten sowie seltene Heuschreckenarten, wie die Gefleckte Keulenschrecke.
Wir folgen dem “US 74” zum Eisenskulpturenpark des Arztes und Künstlers Dr. Claus-Frenz Claussen. Nun geht es entlang des “US 72” weiter durch Eisenbühl. In der Ortsmitte hält man sich rechts und folgt der Hauptstraße geradeaus bis zum Abzweig nach Hadermannsgrün, wo der Eisenpark-Weg rechts in Richtung Issigau führt. Kurz vor diesem Dorf treffen wir auf die blaue “2” des Wiedeturmwegs, dem wir nach rechts zum gleichnamigen Bauwerk folgen.
Vom Aussichtsplateau lässt sich der Talkessel an der Mündung der Selbitz in die Saale überblicken.
Ebenso eindrucksvoll ist der Aussichtspunkt “König David”, an dem man sich 170 Meter über der Talsohle des wildromantischen Höllentals befindet (Näheres dazu siehe unter Tour 10 ab Seite 64). Nach dem steilen Abstieg ins Selbitztal überqueren wir die Straßenbrücke nach Blechschmidtenhammer und gleich darauf die Brücke nach Blankenstein. Am Ortseingang führt die Bayerische Straße links hinauf zum Bahnhof, an dem sich unser Kreis im Saaletal schließt.

Erlebnis Gründes Band
Grenzen trennen - Natur verbindet -
Zwölf Wanderugnen und drei Radtouren in den Naturparken Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale und Frankenwald

Vier Jahrzehnte trennte der Eiserne Vorhang das geteilte Deutschland. Bis zum Herbst 1989 ließ die DDR-Führung die Grenze militärisch abschirmen. Der Todesstreifen entwickelt sich zum Gründen Band - zu einem Rückzugsgebiet für seltene Tier- und Pflanzenarten. Die vorliegenden Tourenvorschläge führen entlang dieses Biotopverbundes. Wanderer und Radfahrer lernen bei den erlebnisreichen Touren vielerlei Sehenswertes kennen. Die meisten Rundwanderungen verlaufen auf einem  Abschnitt des Kolonnenweges, dem ehemaligen Patrouillenfahrweg der DDR-Grenztruppe. Einzigartige Naturerlebnisse, Spuren der jüngeren und älteren Geschichte und viele Sehenswürdigkeiten garantieren abwechslungsreiche Wander- und Radtouren.


Spannende Zeitzeugenberichte per Handy oder MP3-Player

Fünf Wandertipps dieses Tourenführers werden durch interessante Audio-Dokumente zu einem besonderen Erlebnis. An ausgewählten Plätzen entlang dieser „Audio-Touren“ bereichern Informa-tionen aus erster Hand die Naturerlebnisse. Die zwei- bis dreiminütigen Berichte kann man per Handy oder MP3-Player hören. Dabei erläutern Experten die ökologische Bedeutung des Grünen Bandes und die Besonderheiten der jeweiligen Flora und Fauna. Zeitzeugen schildern in span-nenden Berichten das Leben an der einstigen DDR-Grenze – im Osten wie im Westen. Sie er-zählen vom Alltag, aber auch von Fluchtversuchen und deren Folgen. In anderen Beiträgen erfährt man viel Interessantes über Sehenswürdigkeiten, wie Burgen, Kirchen und Denkmäler.

So funktioniert das Angebot: Wer einen MP3-Player nutzen möchte, hat zwei Möglichkeiten. Im Internet können die Audio-Dateien unter
www.frankenwald.tomis.mobi heruntergeladen werden.

 

Quelle: wandermagazin.de

Streckenbeschreibung:

Ausgangspunkte:
Bahnhof Blankenstein (mit Regionalzügen aus Richtung Saalfeld zu erreichen);  alternativ kann man ab Blankenberg, Pottiga, Rudolphstein, Eisenbühl oder Blechschmidtenhammer wandern.

  • Strecke 21,1 km
  • Dauer 6:30 Std.
  • Aufstieg 665 m
  • Abstieg 665 m

Abkürzungsmöglichkeit: Die Fußgängerbrücke über die Saale südlich von Blankenberg ermöglicht
zwei verkürzte Wanderungen: Die Rundtour zwischen Blankenstein, Blankenberg und dem Aussichtspunkt “König David” im Höllental ist acht Kilometer lang; die längere Variante zwischen Blankenberg, Pottiga, Rudolphstein und Eisenbühl (ohne Höllental und Blankenstein) ist 14 Kilometer lang. 

Wegebeschaffenheit: Auf thüringischer Seite längere Abschnitte entlang des Betonplatten-Kolonnenwegs, auf fränkischer Seite größtenteils auf gut begehbaren Forstwegen. Achtung: Steiler und teilweise felsiger Abstieg vom Aussichtspunkt “König David” zur Selbitzbrücke. Für diesen Abschnitt ist festes Schuhwerk unbedingt erforderlich.

Wegemarkierungen: Rote Dreiecke (Saale-Orla-Weg) auf thüringischer Seite, Schiefersteig “US 74”, Eisenpark-Weg “US 72” und Wiedeturm-Weg mit der blauen “2” auf fränkischer Seite. Die Abkürzung ist mit dem Zeichen “Fränkischer Gebirgsweg” markiert.

MP3-Audio-Tracks: vor Ort herunterladbar bei den Info-Punkten “Grünes Band” in der Ardesia-Therme in Bad Lobenstein sowie in der Therme Bad Steben.

Unsere Kontaktdaten

Grünes Band Tour 11 - Durchs eng verschlungene Saaletal
Absangerstraße 1
07366 Blankenstein

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